Somatisches Planen ist eine Planungspraxis, die mit einem Körper-Check beginnt statt mit einer To-do-Liste. Sie fragt, was dein Nervensystem heute trägt, und plant erst danach.
Das Wort somatisch kommt vom griechischen sōma, Körper. In Psychologie und Körperarbeit behandeln somatische Ansätze körperliche Empfindung als echte Information statt als etwas, das man beiseiteschieben sollte.
Somatisches Planen überträgt diese Haltung auf eine gewöhnliche Planerseite. Es ist Inkleafs eigener Begriff für diesen Ansatz. Keine Zulassungsstelle und kein klinischer Standard definiert ihn.
Somatisches Planen ist nicht Somatic Experiencing, die von Peter Levine entwickelte Traumatherapie, und erhebt keinen Anspruch auf deren klinische Grundlage. Was es sich leiht, ist eine einzelne Idee: Das Nervensystem meldet seinen Zustand, bevor der Verstand nachkommt.
Somatisches Planen nutzt diese Idee für etwas deutlich Kleineres als Therapie. Es hilft dir, deinen Zustand wahrzunehmen, bevor du den Tag planst.
Eine geliehene Idee, für eine kleine Aufgabe: erst wahrnehmen, dann planen.
Die meisten Seiten beginnen mit einem kurzen Check-in: einer Spannungsskala, einer knappen Einschätzung, wie der Körper sich gerade anfühlt. Erst danach wendet sich die Seite dem Tag selbst zu, meist einer Priorität und einer Sache, die warten darf.
Eine Morgenseite fragt vielleicht, wie sich der Körper beim Aufwachen anfühlt und was der Tag realistisch tragen kann. Eine Abendseite fragt vielleicht, was der Körper vor dem Schlafen noch festhält, ohne eine Rechenschaft über den ganzen Tag zu verlangen.
Menschen mit ADHS, einer Burnout-Geschichte, chronischen Schmerzen oder einem Nervensystem, das stark auf Stress reagiert, beschreiben klassische Planer oft als Werkzeuge, die eine Konstanz voraussetzen, die im Alltag fehlt. Somatisches Planen beginnt bei dem Zustand, der gerade tatsächlich da ist.
Somatisches Planen diagnostiziert weder ADHS noch Burnout noch andere Zustände. Es ersetzt keine medizinische Behandlung und keine Psychotherapie.
Ein Körpersignal, das stark, anhaltend oder beängstigend ist, gehört zu einer Ärztin, einem Arzt oder einer Therapeutin, nicht auf eine Planerseite.
Somatisches Planen lehnt sich lose an Polyvagal-Theorie und somatische Traumaarbeit an. Keiner der folgenden Autoren hat den Begriff geprägt oder befürwortet ihn. Sie liefern den Hintergrund, aus dem sich der Ansatz bedient.